100 Jahre Kaninchenzuchtverein B 1142 Schonungen 1910 

 

 

1910 - Vereins - Chronik- 2010

 

    

 B 1142 

Am 1. Januar 1910 wurde der Kaninchenzuchtverein B1142 Schonungen in der Gaststätte "Goldener Adler" von 6 Mitgliedern gegründet. Die Gründungsmitglieder waren: Libor Räder, Michael Keller, Franz Wetz, Kaspar Gütlein, Gustav Webert und Apolonia Göpfert. Damals hatte der Verein eine Mitgliedschaft von 41 Personen, davon 10 Frauen. Auch gehörte dem Verein eine Jugendgruppe von 4 Jugendlichen an.

Nur durch mündliche Überlieferung ist das Vereinsgeschehen von 1910 bis 1933 erhalten geblieben. So war der verstorbene Ehrenvorstand Kaspar Kamm eine der treibenden Kräfte im Verein. Er war während des 1. Weltkrieges unser 1.Vorstand. Sicherlich war es nicht leicht, den Verein in dieser schweren Zeit zu leiten. Das Protokollbuch weist seine erste Niederschrift am 29. Januar 1933 auf. Demzufolge war Kasper Kamm bis zum Jahre 1939 als erster Vorstand tätig. Während des 2. Weltkrieges setzte, bedingt durch die Wirren des Krieges, ein reger Wechsel in der Vorstandschaft ein.

Es waren unser erster Vorstand von 1939-1941 Franz Wetz, von 1941-1945 Georg Hussy, von 1945-1947 Christian Langhans, von 1947-1949 Pankratz Ruhl und von 1949-1955 wieder Kaspar Kamm. 1955 übernahm Oskar Knobling für 5 Monate das Amt des ersten Vorstands.

Im Juli 1955 wurde dann Otto Kamm zum ersten Vorstand gewählt. Unter seiner Leitung begannen sich die Verhältnisse zu stabilisieren. Viele neue Züchter kamen zum Verein. So wurden mehrere Bezirksschauen durchgeführt, die dank der guten Zusammenarbeit mit dem damaligen ersten Bezirksvorsitzenden und Ehrenvorsitzenden des Unterfränkischen Bezirksverbandes, Albert Schönfelder, ein voller Erfolg wurden. Diese gute Zusammenarbeit bestand 40 Jahre.

1953 wurde Kaspar Kamm wegen seiner Verdienste, die er für den Verein und der Deutschen Kaninchenzucht geleistet hatte, zum Ehrenvorstand des Vereins und gleichzeitig zum Ehrenmitglied des Landesverbandes Bayerischer Kaninchenzüchter ernannt.

Am 18./19. Juni 1960 wurde es unseren Verein möglich, sein 50-jähriges Bestehen im Rahmen eines Züchtertreffens, das mit einer Fahnenweihe verbunden war, mit sechs amtierenden Fahnen-Ehren-Frauen begehen zu können.

Unter der rührigen Leitung unseres ersten Vorstands Otto Kamm konnte der Verein eine eigene Vereinshalle erstellen und dieselbe in den folgenden Jahren Zug um Zug ausbauen. Desweiteren konnte eine Ausstellungshalle erworben und ausgebaut werden. Der Verein ist nun in der Lage, seine örtlichen Schauen abzuhalten und den Besuchern ausreichend Platz in seiner Vereinshalle zu bieten.

Aus beruflichen Gründen müsste 1970 der erste Vorstand Otto Kamm sein Amt zur Verfügung stellen. Neuer ersten Vorstand wurde Richard Patzke. Unter seiner Leitung wurde die Vereinshalle nochmals erweitert und unser Festplatz, der stetig der Hochwassergefahr ausgesetzt war, aufgefüllt und planiert. Seit 1959 fand hier unser Wiesenfest, verbunden mit der alljährlichen Jungtierschau statt, dieses Fest war ein fester Bestandteil der Schonunger Veranstaltungen.

Der Verein konnte unter der Leitung von Vorstand Patzke im Dezember 1970 sein 60-jähriges Jubiläum feiern und in diesem Rahmen eine Anzahl von verdienten Vereinsmitgliedern eine Ehrung zukommen lassen. 1971 im März wurde unser Vereinsmitglied Heinrich Neuschwanger zum ersten Vorsitzenden des Kreisvereins Schweinfurt gewählt, den er bis 1990 innehatte.

Nachdem Otto Kamm seine berufliche Tätigkeit wieder nach Schweinfurt verlegt hatte, wurde es ihm auch wieder möglich, sich dem Verein voll zu widmen. Am 30. März 1974 übernahm er wieder das Amt des ersten Vorstandes. Seine Tätigkeit als Mitglied der Vorstandschaft betrug 42 Jahre, davon 32 Jahre als erster Vorstand. Er wurde deshalb zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Der Verein hat im Laufe seines 85 jährigen Bestehens viele örtliche Ausstellungen durchgeführt - mit jeweils einer großen Anzahl von Tieren pro Ausstellung. Ein besonderer Höhepunkt war 1983 die von unserem Verein durchgeführte Kreis-Jugend­Jungtierschau, die von den Jugendgruppen der Vereine im Kreisverein Schweinfurt mit 146 Tieren beschickt wurde. Jeder dieser jungendlichen Aussteller erhielt zur Erinnerung an diese Schau einen stattlichen Pokal. Auch bei ausserörtlichen Schauen - wie Kreis-, Bezirks- und Bundesschauen - war unser Verein mit gutem Erfolg beteiligt.

In den vergangenen Jahren hat der Verein durch junge Züchter, einer aktiven Jugendgruppe und der Motivation der alten Züchter einen starken Auftrieb erlebt. Über 40 Jahre war der Bezirksehrenvorsitzende Albert Schönfelder als Preisrichter in unserem Verein tätig. In all den Jahren stand er den Züchtern unseres Vereins als guter Berater und Freund zur Seite. Seit 1970 gehörte er unserem Verein als Ehrenmitglied an.

Ein besonderer Höhepunkt war unser 75-jähriges Vereinsjubiläum 1985 im Schonunger Pfarrheim, das bis auf den letzten Platz besetzt war. Durch den Schonunger Musikverein wurde der Festabend eingeleitet. 1. Vorstand Otto Kamm begrüßte alle anwesenden Gäste, besonders Bürgermeister Wenzel, Kath. Pfr. Glückler, Bezirksehrenvorsitzender und Vereins-ehrenmitglied Albert Schönfelder, Bezirksvorsitzender Alfred Brönner, Kreisvorsitzender Heinrich Neuschwanger und eine Delegation unseres Patenvereins aus Karbach.

Nach der Verlesung des Vereinsprotokolls sowie einer musikalischen Zwischeneinlage gingen die ersten Festredner ans Podium.

Bürgermeister Wenzel fand besonders, dass unser Vereinsgelände in guter Verfassung sei, das ja im Besitz der Gemeinde ist und lobte die Vorzüge der Kaninchenzucht. Bezirksvorsitzender Brönner - ihm sei Schonungen vor allem durch die hier durchgeführten Bezirksschauen bekannt. Besonders zu erwähnen wusste Brönner die beiden Vereinsmitglieder Kaspar Kamm und Otto Kamm, beide seien richtungsweisend in der Führung des Bezirksverbandes gewesen. Folgende Ehrungen konnte er unserem Vorstand zukommen lassen: den Ehrenteller des ZDK, eine Urkunde des Landesverbandes Bayer. Kaninchenzüchter, einen Ehrenteller des Bezirks, einen Sonder-BVE und schließlich auch noch ein persönliches Geschenk. Der damalige Bezirksehrenvorsitzende und Vereinsehrenmitglied Albert Schönfelder sagte, die Vereinsgründung in Schonungen zählte zum goldenen Zeitalter der Idealisten. Er habe schöne Stunden im Schonunger Verein verbracht und überreichte Frau Kamm einen Blumenstrauß. Der damalige Kreisvorsitzender Neuschwanger berichtete, dass der Verein Schonungen sehr gute Züchter hervor gebracht hat; der Verein sei auch einer der ältesten Vereine im Kreisverein Schweinfurt. Er überreichte an Otto Kamm die Urkunde zum Ehrenmitglied des Kreisvereines Schweinfurt. Es folgten die vereinsinternen Ehrungen.

Als erstes wurden die bei der damaligen Fahnenweihe amtierenden Ehren-Jungfrauen mit einem Blumenstrauß und einen Verzehrgutschein bedacht. Man überreichte auch an den Frauen, die sich durch ihre Mitarbeit im Verein Verdient gemacht haben, einen Blumenstrauß: Christine Hochscheid, Elli Michel, Emma Pototzki, Erika Steinert, Sofie Löffler, Ida Kamm, Rosalinde Brand, Sabine Hepp.

Die Ehrungen auf Verbandsebene: Ernannt wurden zum Ehrenvorstand: Otto Kamm, zu Ehrenmitgliedern: Josef Hochscheid, Bruno Pototzki, Gustav Fitz, Hans Schmidt. Für 25 jährige Mitgliedschaft erhielten die silberne Ehrennadel: Richard Grebner, Hans Hochscheid. Die Fritz-Aichele-Nadel in Gold mit Lorbeerkranz: H. Neuschwanger, in Silber mit Lorbeerkranz: Günther Löffler, Richard Patzke, Konrad Gundersdorf, Rudolf Wehner, in Bronze mit Lorbeerkranz: Brigitte Thoma, Klaus Edenhofner, Wolfgang Dürr, Günter Mai, in Gold für langjährige Treue zum Verein: Georg Barthelme, Vinzenz Michel, in Silber für langjährige Treue zum Verein: Rainer Patzke, Josef Gratz, in Bronze: Ludwig Geyer, Bernd Feller, Wilhelm Reubelt, Berthold Steinert, Jutta Löffler, Magda Müller, Henriette Wehner, Helga Weck, Waltraud Fitz.

Schließlich sprach auch Albert Schönfelder noch einmal seinen herzlichen Glückwunsch zu allen Ehrungen aus und lobte Otto Kamm für diesen so voll gelungen Abend.

Von folgenden Gästen und Vereinen wurden noch Glückwünsche überbracht: Pfarrer Glückler, die Freiwillige Feuerwehr Schonungen und die Sanitätskolone Rotes Kreuz. Den beiden letztgenannten Vereinen wurde eine Spende von je DM 200,- überreicht. Desweiteren überbrachten ihre Glückwünsche: Der TSV 1866, Freie Turner- und Gesangverein, Musikverein, KAB, VdK, Siedlervereinigung, Soldaten- und Reservistengemeinschaft, Obst- und Gartenbauverein, Kreissparkasse Schweinfurt, CSU-Ortsverband, Herr Phillip im Auftrag für Pfarrer Lehner. Ferner die Kaninchen- und Kleintierzuchtvereine Schweinfurt, Bergrheinfeld, Sennfeld, Waigolshausen, Gartenstadt, Geldersheim, Marktsteinach, Hergols-hausen, Zeuzleben, der Patenverein Karbach und der Widderclub Sektion Unterfranken. Diesen allen wurde ein Zinnteller überreicht. Nach den Ehrungen war der offizielle Teil beendet, man ging zum gemütlichen Teil über. Es war ein gelungener Festabend. Am Sonntag früh traf man sich zu einem gemeinsamen Festgottesdienst. Nach dem Gottesdienst ging man zum alten Friedhof, um mit einer Kranzniederlegung unserer Verstorbenen zu gedenken.

1990 wurde unser alljährliches Wiesenfest zum letzten Mal in seiner damaligen Form abge­halten; zu viel Arbeit und sehr viele Helfer wurden benötigt, die der Verein nicht mehr aufbringen konnte, so dass wir kürzer treten mussten. Wir halten seitdem etwas kleinere, vereinsinterne Grillfeste ab. 1991 gab unser langjähriger erster Vorstand und Ehrenvorstand Otto Kamm, bedingt durch eine schwere Krankheit, den Vorsitz des Vereins ab. Als neuer Vorstand wurde Günther Löffler gewählt. 1992 verstarb unsere Ehrenmitglied Albert Schön-felder, der ein großer Förderer unseres Vereins war. 1995 hat der Verein einen schweren Schlag erlitten; unser langjähriger erster Vorstand und Ehrenvorstand Otto Kamm wurde durch den Tod aus unserer Mitte gerissen. Ein Schock für alle Mitglieder. Er, der in vielen Ämtern des Verbandes tätig war und unseren Verein aufgebaut und sein Profil gegeben hat, weilt nicht mehr unter uns. Wir werden Ihm ein Ehrendes Gedenken bewahren.

Wie jeder andere Verein so hat auch unser Verein seine Sorgen. Unser größtes Problem ist die ständige Hochwassergefahr in unserer Zuchtanlage. Da muss man an die beiden Hochwasser in den Jahren 1955 und 1958 erinnern. 1955 fielen dem Hochwasser 312 Kaninchen, 122 Hühner und 3 Schweine zum Opfer. Der gesamte Schaden an Tieren, Gebäuden und Gärten belief sich seiner Zeit auf etwa DM 5.000,-. Beim Hochwasser 1958 entstand nur materieller Schaden. Es war ein Sonntag, so konnten die Tiere rechtzeitig durch die Züchter und viele hilfreiche Anwohner vor dem Ertrinken gerettet werden.

In den Jahren von 1996 bis heute wurde die jährliche Vereinsschau von ca. 6–10 Züchter kontinuierlich durchgeführt. Hierbei wurden von den Ausstellern immer hervorragende Ergebnisse erzielt. Außerdem nahmen einige Züchter außerhalb des Vereins mit Erfolg an Kreis- und Bezirksschauen teil.

Das Kaninchen–Wiesenfest, welches man als Hegholzkirchweih bezeichnete, wurde in den Jahren 1955 bis 1988 im großen festlichen Rahmen mit Unterhaltungsmusik kontinuierlich durchgeführt. Durch Rückgang der Mitglieder und aktiven Züchtern wurde das oben genannte Fest kurzfristig unterbrochen.

In dieser Zeit wurden demzufolge Parzellen frei. Auf Grund dessen gab der Verein einige Brieftaubenzüchter die Möglichkeit, ihr Hobby in der Anlage durchführen zu können. Heute ist es wieder Vergangenheit

Durch die Initiative des 1. Vorsitzenden Günther Löffler wurde das Wiesen-Sommer-Fest ab 1992 im kleinen Rahmen wieder ins Leben gerufen. Es gilt wieder als fester Bestandteil der Schonungen Veranstaltungen.

Die schon lange angestrebte Installierung einer Herren- und Damentoilette wurde durchgeführt. Außerdem wurden die Renovierung der Vereinshalle und der Einbau einer gebrauchten Küche in einen ansehnlichen Rahmen verwirklicht. Unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Michael Blaurock wurden sämtliche Außenanstriche versehen , was zu einem einheitlichen Anblick führt.

Angestrebt war auch die Erneuerung des Gehweges, wobei man aber auf Grund der sogenannten Altlast mit der Durchführung abwarten muss.

Hervorzuheben ist, dass Rita und Adolf Blaurock sich für die Sauberkeit, so wie die Gewährleistung geben, dass sich Züchter und Mitglieder das Vereins zu einem gemütlichen Treffen einfinden können.

Der Verein, einschließlich den bereits genannten aktiven Züchter, besteht aus stolzen 63 Mitgliedern. Hervorzuheben ist , dass der Verein in den letzten 50 Jahren bis heute von nur 2 Vorsitzenden geführt wurde. Das Geschehen des Vereins übernahm 1991 bis heute als 1. Vorsitzender und langjähriges Mitglied Günther Löffler mit großen Erfolg und vorbildlicher Führung.

Durch Vereinsbeschluss werden zur Ehrenmitgliedschaft ernannt:

1. Vorsitzender Günther Löffler sowie unser langjähriges Vorstandsmitglied Richard Patzke.

 

 

 

 Zurzeit hat der Verein eine Mitgliedschaft von 67 Personen ( stand 01.01.15 )  Auch gehört dem Verein eine Jugendgruppe von 2. Miedgliedern an.

 

 

 

 


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